Depression / Depressive Erkrankungen

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen und kommen in allen Lebensabschnitten und sozialen Schichten vor. Die häufigsten Symptome von Depressionen sind Niedergeschlagenheit, Selbstzweifel, emotionale Leere, Antriebslosigkeit, Interessenverlust, Hoffnungslosigkeit, innere Unruhe, Appetitstörungen,

Gewichtsverlust oder “Frustessen” und Rückgang des sexuellen Verlangens. Auch Schlafstörungen, Selbstmordgedanken, Konzentrationsschwierigkeiten und unterschiedliche körperliche Beschwerden wie Kopfdruck, “Kloß im Hals”, Engegefühl in der Brust oder Verdauungsbeschwerden können auf eine Depression hinweisen.

Therapie

Für die Depression gilt, dass die Belastungsfaktoren auf medizinisch-biologischer sowie psychisch-sozialer Ebene genau analysiert und untersucht werden müssen. Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, welche die verschiedenen Formen der Depression mitbedingen oder aufrechterhalten, müssen erkannt, verstanden und behandelt werden. Auf der Grundlage dieser verhaltenstherapeutischen Diagnostik wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Die Depression wird mit Einzeltherapie und Gruppentherapie, häufig durch non-verbale Therapieverfahren (z.B. Kunsttherapie oder Körpertherapie) und Sporttherapie , durch übende Verfahren und Hilfestellung bei sozialen Frage, und wenn nötig auch durch den Einsatz von Psychopharmaka behandelt.

Neben der Verminderung äußerer Belastungsfaktoren ist das Ziel der Depressions-Therapie eine Veränderung depressiver Gedanken und Einstellungen im täglichen Leben, wie beispielsweise Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit oder ungünstige, sogenannte dysfunktionale Einstellungen. Die Wahrnehmung eigener Emotionen und Bedürfnisse wird gezielt positiv gefördert . Der Rückgriff auf früher vorhandene Quellen der Entspannung und oder die Entwicklung neuer Stärken und Ressourcen ermöglichen es dem betroffenen Depressionspatienten die eigene Situation in eine positive Richtung zu verändern. Die Überzeugung, die eigene Lebenssituation und die vorherrschenden Emotionen selbst verändern zu können (die sog. Selbstwirksamkeitsüberzeugung) wird durch konkrete Erfahrungen gestärkt.

Depressive Verhaltensweisen, wie mangelnde Fertigkeiten bei der Stressbewältigung, der Selbstbehauptung und Abgrenzungsfähigkeit, der sozialen Kommunikation oder eine übermäßige Leistungsorientierung, werden in spezifischen Gruppentherapien behandelt. Dabei wird ein förderliches funktionierendes Verhaltensrepertoire, speziell für Depressionspatienten aufgebaut.Dazu kann bespielsweise das Erlernen einer Entspannungsmethode oder die Anleitung zum Genießen gehören.

Bei familiären Konflikten wird, etwa durch Partner- oder Familiengespräche, auch das persönliche Umfeld einbezogen. Berufliche oder Ausbildungsprobleme können in der Sozialtherapie bearbeitet werden.

Ein wesentliches Ziel der stationären Verhaltenstherapie bei Depressionen besteht also im Aufbau von Fertigkeiten und in der Anpassung überdauernder Verhaltensmuster (sog. dysfunktionaler Schemata), die zur Entwicklung der Depression beigetragen haben.

Die durchschnittliche Behandlungszeit für Patienten mit Depressionen liegt bei 6 – 8 Wochen. In der Regel ist eine anschließende ambulantePsychotherapie nach der Behandlung der Depression sinnvoll.